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Projekthintergrund und -ziel Das westafrikanische Ghana, gelegen am Äquator, ist ein armes Land. Die Infrastruktur ist ebenso mangelhaft, wie die Ausgestaltung der staatlichen und privaten sozialen Dienste. Wie so oft in Ländern der sogenannten Dritten Welt, konzentriert sich die Armut besonders in der Hauptstadt. Darunter leiden besonders die Kleinsten und Schwächsten - die Kinder. In Accra gibt es rund 15.000 Straßenkinder. Betteln, Stehlen und die Suche nach einem notdürftigen Nachtlager bestimmen ihren Tagesablauf. An Schule ist trotz Schulpflicht nicht zu denken, da das Schulgeld nicht aufgebracht werden kann. Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten umliegender Länder importieren bewaffnete Kriminalität, rekrutieren einen immer größeren Anteil an Kindern, die sich ihren Lebensunterhalt auf der Straße verdienen müssen. Am untersten Ende der sozialen Hierarchie stehen die Kinder behinderter Eltern, die gleichfalls kein Zuhause haben. Ihre Zukunftsaussichten sind sehr schlecht, stehen sie doch für potenzielle Hilfsarbeiten nicht zur Verfügung, da sie ihre behinderten Eltern im Rollstuhl schieben, oder als Blindenführer tätig sind. Zudem werden die Behinderten und ihre Kinder von vielen - gemäss traditioneller Vorstellung - als verhext oder als von Flüchen geschlagen gemieden. Kinder Paradise, seit 2002 von der Deutschen Welthungerhilfe unterstützt, ist das Projekt einer deutsch-ghanaischen Gruppe unter Leitung der Deutschen Silke Rösner in der Hauptstadt Accra. Ihr Ziel: Die Kinder behinderter, auf der Straße lebender Eltern in die Gesellschaft zu reintegrieren. Die Zielgruppe sind 25 Kinder im Alter von vier bis sechzehn Jahren, Mädchen und Jungen zu etwa gleichen Teilen. Eine geeignete Unterkunft für die Unterbringung der Straßenkinder wurde in Eigenarbeit renoviert. Später zog man in ein zweckmäßigeres Haus am Stadtrand von Accra. Vordringlichste Aufgabe war es, die von Ablehnung, Schlägen und Vergewaltigungen traumatisierten Kinder so zu sozialisieren, dass ein offener, verantwortungsbewusster und kooperativer Umgang miteinander und mit Außenstehenden möglich wurde. Außer den Kindern, einer Köchin, der Hausmutter, der Projektleiterin, der Stellvertretung und dem Wachmann sind keine weiteren Personen direkt am Projekt beteiligt. Eigenregie ist gefragt, nicht zuletzt aus Gründen der Kostenersparnis. So bauten die Kinder unter Mithilfe der Betreuer auf dem zugehörigen Farmland erfolgreich Nahrungsmittel an, eine Maßnahme, die den Gemeinschaftssinn förderte, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe und die Ernährung des Heimes sichert. Die Kinder erhalten drei tägliche Mahlzeiten und eine medizinische Versorgung. Das Wichtigste jedoch ist, dass die Kinder bei "Mama Silke" ein neues Zuhause gefunden haben. Hier können sie die schrecklichen Erfahrungen von Hunger, Not und Gewalt in Gesprächen verarbeiten und endlich wieder lachen.
Weitere aktuelle Informationen zum Projekt in Ghana finden Sie hier:
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